Jetzt gehts rund…

Wir hatten es uns in den Kopf gesetzt, dass wir dieses Jahr schon ein Gewächshaus bauen wollen und Er hatte dann die Idee, das Ganze als geodätischer Dom zu bauen. Warum? Weil es sonst keiner so macht und es mal was anderes ist 🙂

Die Domform hat aber auch sinnvolle Vorteile gegenüber anderen Bauformen: sie bietet weniger Angriffsfläche für Wind (der in der Algarve ja relativ stark ist) und damit stabiler, aber trotzdem sehr flexibel, sie benötigt weniger Material und keine Stützpfeiler innerhalb der Konstruktion.

Nachdem wir im Internet ein bisschen über Konstruktionsweisen und Preise für fertige Dom-Bausets recherchiert haben, war und klar, dass uns das meiste davon einfach zu teuer ist und wir haben angefangen zu überlegen, wie wir so etwas selbst bauen können.

Wir sind dann in verschiedene Baumärkte gefahren, haben uns Material angeschaut und Preise verglichen. Eigentlich wollten wir fertig imprägnierte Holzstangen kaufen, aber wenn man mal nachschaut, was das für Imprägniermittel sind (meistens steht es ja nicht mal drauf), läuft es mir zumindest kalt den Rücken runter:

„Sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung“

„Freisetzung in die Umwelt vermeiden“

„Bei der Arbeit geeignete Schutzkleidung, Schutzhandschuhe und Schutzbrille/Gesichtsschutz tragen“

Auf einer Seite hab ich dann noch gelesen, dass diese Imprägniermittel krebserregend sind, nicht mit Lebensmittel in Kontakt kommen dürfen und unfruchtbar machen… Keine Ahnung, ob das stimmt, aber ich finde es trotzdem seltsam, dass man sowas ohne explizite Warnung verkaufen darf. Es gab noch mehr, aber das hat uns gereicht. Wir haben uns letztendlich für etwa 85 unbehandelte Bohnenstangen entschieden und zurecht gesägt. Für die richtigen Maße gibt es im Internet verschiedene „dome calculator“, bei denen man eine gewünschte Länge eingeben kann und der dann alle anderen Maße berechnet.

Wie man an der Zeichnung sehen kann, benötigt man jeweils 80, 55 und 30 Stücke in drei verschiedenen Längen.

Dom Aufbau

Als Verbindungsstücke wollten wir erst Metallrohre auf einer Seite über die Stangen stülpen und auf der anderen Seite platt pressen und mit einer Schraube verbinden, aber das hat nicht so gut funktioniert. Es war sehr anstrengend und hat ewig gedauert, mit der Presse von einem Freund die Rohre zusammenzupressen und das Metall war dann auch zu dick, um fünf oder sechs Stück flach aufeinander zu legen. Daher haben wir das schnell wieder aufgegeben.

20160418_211420

Stattdessen haben wir stabile Plastikrohre in einem Bauschutt-Abfall gefunden, diese zu 4 cm dicken Ringen gesägt und fünf, bzw. sechs Löcher gleichmäßig verteilt eingebohrt. Wir hatten verschiedene Rohre und eins davon war nicht so stabil, hat sich dann beim Aufbau verformt und musste ausgetauscht werden, aber der Rest hat gehalten. In die Stangen haben wir in beide Enden Stockschrauben eingedreht, so dass die Enden von den Stockschrauben einfach durch den Ring gesteckt und mit einer Mutter festgeschraubt werden konnten.

20160423_183945

Der Aufbau ging dann relativ schnell, nachdem wir das Prinzip einmal verstanden hatten und nach etwa zwei Stunden hatten wir zu zweit den Dom aufgebaut. Das sah dann so aus:

20160518_190330 (2)

Er hat gute 6 m im Durchmesser und ist etwas mehr als 3 m hoch. Da wir ihn nur testweise auf dem Gelände eines Freundes aufgebaut hatten, mussten wir ihn am Tag danach auch gleich wieder abbauen, was innerhalb von etwa einer halben Stunde erledigt war.

Zur Zeit lagern die Stangen noch in einer Garage und werden nach und nach alle mit Leinöl imprägniert und Anfang August nehmen wir das Ganze dann mit nach Portugal. Insgesamt haben wir für den Dom inklusive Leinöl knappe 300 € bezahlt, was kein Vergleich ist zu dem, was man kaufen kann…

Da wir den Dom als Gewächshaus aber dieses Jahr eigentlich noch nicht brauchen, sondern stattdessen erst mal einen „Aufenthaltsraum“ oder ähnliches, bis wir das Lehmhaus fertig haben, wird es vorerst nicht mit Plastik sondern mit Stoffen bespannt und mit Teppichen und Kissen ausgelegt und dekoriert 🙂 Davon gibt’s dann im nächsten Beitrag vielleicht noch ein Foto.

In zwei Wochen gehts aber erst mal nach Portugal und wir freuen uns schon riesig darauf!

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